Gerade für Laien im Bereich Wein ist es oft gar nicht leicht, zu unterscheiden, wie gut nun welcher Wein ist, wo die Unterschiede liegen und welcher Wein ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis hat.
Im Zusammenhang mit Weinen gibt es eine Vielzahl von Begriffen, die etwas über die jeweilige Qualität aussagen, aber erst auf den zweiten Blick oder auch mit ein wenig Hintergrundwissen richtig zu deuten sind.
Darum hier einige Begriffserklärungen, die beim nächsten Weinkauf oder für ein stilvolles Wein Wandtattoo sicher hilfreich sein werden:
A – Wie Auslese
Ein Wein, der die Bezeichnung Auslese trägt, muss in Deutschland mindestens 83 – 100° Oechsle aufweisen und aus vollreifen, von Hand gelesenen Trauben gekeltert sein.
B – Wie Barrique
Als Barriquewein bezeichnet man einen in Eichenfässern mit einem Fassungsvermögen von 225 Litern gelagerten Rotwein, der durch das Holz besondere zusätzliche und breiter gefächerte Aromen erhält. Als Barriquewein darf sich auch ein Wein bezeichnen, der diese Aromen durch Anreicherung mit Holzstückchen, so genannten Chips, aus Eichenholz erhält.
C – Wie Classic-Wein
Eine im Jahr 2000 in Deutschland eingeführte Bezeichnung für Rebsorten von hoher Qualität, die für bestimmte Gebiete typisch sind. Pro Anbaugebiet sind zur Zeit zwischen 2 und 9 unterschiedliche Rebsorten als “gebietstypisch” zugelassen. Der Begriff ist EU-Weit geschützt.
D- Wie Deutsches Weinsiegel
Das Deutsche Weinsiegel ist ein von der DLG vergebenes Prädikat für Qualitätsweine deutscher Anbaugebiete. Es besagt, dass der jeweilige Wein deutlich besser ist, als es bei der amtlichen Prüfung eigentlich verlangt wird.
E- Wie Eiswein
Für einen Eiswein müssen die Trauben sowohl bei der Lese, als auch bei der Kelterung noch gefroren sein, so dass das gefrorene Fruchtwasser in der Kelter zurückbleibt und nur der reine Fruchtsaft abläuft. Da die Trauben bei der Lese eine Temperatur von höchstens -7° haben dürfen und dies zur Zeit der Lese meist in den frühen Morgenstunden der Fall ist, werden sie auch im Normalfall zu dieser Zeit geerntet und verarbeitet.
F – Wie fruchtiger Wein
Als fruchtig bezeichnet man einen aus reifen Trauben hergestellten Wein, der besondere Aromen von Früchten enthält. Zu den Aromen, die – meist in unterschiedlichen Kombinationen – auftreten können, gehören:
Ananas, Apfel, Banane, Birne, Erdbeere, Grapefruit, Feige, Heidelbeere, Himbeere, Johannisbeere, Kirsche, Mandel, Melone, Minze, Olive, Orange, Pflaume, Pistazie, Quitte, Rosine, Schlehe und Zitrone.
G – Wie Grauburgunder
Der Graue Burgunder – oder auch Pinot Grigio oder frz. Pinot gris – ist im Prinzip eine Mutation des Blauen Spätburgunders. Die Bezeichnung Pinot geht zurück auf das französische Wort “pin” für Kiefer, da die Form der Trauben an Kiefernzapfen erinnert.
Zwischenzeitlich gab man der Rebsorte regional unterschiedliche Namen, die allerdings mittlerweile wieder zum großen Teil verschwunden sind.
H – Wie herber Wein
Als herb bezeichnet man sehr trockene, säurebetonte Weißweine oder auch tanninbetonte Rotweine, die nicht mehr unter den Begriff “trockener Wein” fallen.
K – Wie Kabinett
Kabinett ist in Deutschland die erste Qualitätsstufe bei Weinen mit Prädikat. Um diese Bezeichnung tragen zu dürfen, darf ein Wein ausschließlich aus Rebsorten der Gattung vitis vinifera bestehen und muss grundsätzlich in dem bestimmten Anbaugebiet verarbeitet werden, zu dem der Erntebereich gehört.
Der Gesamtalkoholgehalt muss mindestens 9 % vol betragen, darf allerdings bei diesen Weinen nicht zusätzlich angereichert werden.
L – Wie Landwein
Als Landwein bezeichnet man einen qualitativ etwas hochwertigeren Tafelwein, dessen Alkoholgehalt im Vergleich zum Tafelwein um 0,5% höher liegen muss. Ein Landwein ist immer trocken oder halbtrocken und darf ausschließlich aus Trauben des bezeichneten Anbaugebietes bestehen.
L – Wie lieblicher Wein
Als lieblichen Wein bezeichnet man Weine mit grunsätzlich süßer Geschmacksrichtung und einem Restzuckergehalt von mindestens 18 g/l und höchstens 45 g/l.
M – Wie mineralische Note
Bei bestimmten Weinen lassen sich mineralische Geschmacksnoten feststellen, die von bestimmten geologischen Verhältnissen her stammen, wie beispielsweise Kalk- oder Schieferböden. Diese Geschmacksnoten können an feuchte Erde oder Kräuter erinnern.
N – Wie Naturkorken
Diese Korken sind aus reinem Kork ohne Zusatz von Leim und anderen Zusatzstoffen hergestellt.
P – Wie Prädikat
Sowohl in Deutschland, als auch in Österreich gibt es für verschiedene Anbaugebiete Qualitätsweine mit unterschiedlichem Prädikat. Dabei unterscheidet man die Prädikate: Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein.
Q – Wie Qualitätsstufe
Seit knapp 40 Jahren sind die Deutschen Weine gesetzlich in Klassen und Qualitätsstufen gegliedert. Je nach den Eigenschaften der Weine, werden sie unterteilt in: Tafelwein, Landwein, Qualitätswein b.A. (Q.b.A) und Qualitätswein mit Prädikat (s.o.).
R – Wie Reserva
Als Reserva bezeichnet man in Portugal oder Spanien grundsätzlich Weine gehobenerer Qualität.
R – Wie Rosé
Ein Rosé wird grundsätzlich aus Rotweintrauben hergestellt und hat eine blassrosa bis hellrote Farbe. Durch das schnelle Pressen des Saftes gelangen nur wenig Farbstoffe aus den Schalen in den Wein und die Färbung wird weniger dunkel, als die des Rotweins.
Rosé darf – mit ganz wenigen Ausnahmen – nicht durch Mischen von Weißwein und Rotwein hergestellt werden.
R – Wie Rotwein
Als Rotwein bezeichnet man einen Wein aus roten Trauben, deren Saft nach dem Keltern eine längere Zeit auf der Maische bleibt, aus der sich dann Farbstoffe und Gerbstoffe lösen.
S – Wie Sommerwein
Als Sommerweine bezeichnet man besonders leichte Weine, die einen relativ geringen Alkoholgehalt und eine erfrischende Säure aufweisen.
T – Wie Tafelwein
Als Tafelwein bezeichnat man einen Wein von recht niedrigerer Qualität, der einen Alkoholgehalt von midestens 5 bzw. 6 % hat. Diese Art von Weinen wird in Deutschlaund kaum hergestellt. Bei unseren französischen Nachbarn bildet der Tafelwein allerdings die Mehrheit der produzierten Weine.
T – Wie trockener Wein
Ein trockener Wein darf nicht mehr als 9 g/l an Restzucker enthalten.
W – Wie würzige Weine
Als würzig bezeichnet man Weine, die ein eigenes, uverwechselbares Aroma haben, welches man schon als “pikant” bezeichnen kann. Allerdings entsteht dieses Aroma nicht durch Zusätze, sondern allein durch die im Wein enthaltenen Stoffe.
Z – Wie Zimmertemperatur
Dieser Begriff wird häufig als Synonym für die richtige Trinktemperatur, insbesondere bei Rotweinen, gebraucht. Allerdings ist er heutzutage etwas irreführend, da die Raumtemperaturen im Schnitt höher liegen, als früher. Ein Wein mit einer Temperatur von 20 – 22°c ist eigentlich bereits zu warm.

